Case Study17. Dez. 2020

    Zwei Jahre Schleiereulenprojekt: Erste Ergebnisse

    Die Ökologie der Schleiereulen wird in der Westschweiz mithilfe kostengünstiger Smart-Nestbox-Geräte überwacht. Nach zwei Jahren Betrieb mit 40 Prototypen und 1000 markierten Eulen zeigen die ersten Ergebnisse bemerkenswerte Aktivität – eine Eule wurde über 20’000 Mal an einem einzigen Eingang erkannt.

    Zwei Jahre Schleiereulenprojekt: Erste Ergebnisse

    Die Ökologie der Schleiereulen (Tyto alba) wird in der Westschweiz überwacht, indem künstliche Nistkästen aufgestellt werden, die fast alle brütenden Individuen beherbergen. Wenn die Eulen nisten, können eine Vielzahl physiologischer, physischer oder verhaltensbezogener Parameter bei den Alttieren oder den Küken gemessen werden. Um diese Daten zu erhalten, müssen die Forscher die Eulen jedoch häufig fangen, was einen leichten Stress verursacht. Die Idee dieses Projekts war es, die Bewegungen aller Individuen das ganze Jahr über mithilfe eines kostengünstigen Geräts ohne jegliche Störung der Eulen zu überwachen.

    Warum überwachen und wie?

    Die Bewegungen von Individuen können bereits durch das Anbringen eines GPS an den Eulen untersucht werden. Allerdings sind diese Geräte sehr kostspielig, was die Anzahl der untersuchten Individuen einschränkt. Zudem ist das Gerät energieintensiv und kann nur wenige Tage lang aufzeichnen. Danach muss die Eule erneut gefangen werden, um die Daten auszulesen.

    Um diese Herausforderungen zu überwinden, zielt dieses Projekt darauf ab, eine grosse Anzahl kostengünstiger Geräte herzustellen, die an jedem Nistkasten im Untersuchungsgebiet (ca. 400) angebracht werden könnten, um die Besuche markierter Individuen zu erfassen (mittels eines kostengünstigen, passiven RFID-Vogelrings). Zusätzlich ermöglicht ein Gewichtssensor die Protokollierung der Gewichtsveränderung jedes identifizierten Vogels, der die Smart Nestbox besucht. All dies ist in die Holzsitzstange eingebettet, die vor dem Nistkasteneingang installiert ist.

    Die Forscher können nun Informationen über das Verhalten der Eulen vor der Brutzeit, die Nutzung der Nistkästen durch brütende und nicht brütende Individuen während des Jahres, das Ausbreitungsverhalten der Küken oder die sozialen Interaktionen von Individuen rund um die Brutstätten gewinnen. Die Ergebnisse dieser Analysen werden in Form von Habitatnutzung, Räuberverhalten und Aktionsradius im breiten Bereich der Bewegungsökologie von Tieren dargestellt.

    Vorläufige Ergebnisse

    Im Rahmen eines Testlaufs wurden 40 Smart-Nestbox-Prototypen in der Westschweiz installiert und etwa 1000 Eulen mit einem RFID-Kunststoffring markiert. Diese Geräte sind nun seit fast zwei Jahren in Betrieb.

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